Alte Obstsorten berühren uns, denn sie sind ein Teil unserer Kulturgeschichte. Häufig sind es Kindheitserinnerungen, Familiengeschichten oder die Neugierde zu erfahren, warum welche Obstsorten von unseren Vorfahren gepflegt und vermehrt wurden, die uns nach alten Sorten forschen lassen.
Der Schutz und die Wiederentdeckung alter Obstsorten haben viele Gründe. Neben dem Erhalt der genetischen Vielfalt, verfügen diese Sorten auch über eine reiche Geschmacksbandbreite, die von zitronenartig über würzig bis zu süßweinig reicht. Sie sind häufig robuster und kommen ohne Pflanzenschutzmittel aus. Zudem sind historische Obstsorten für Apfelallergiker*innen verträglicher – Lebensmittelchemiker*innen haben gemeinsam mit Mediziner*innen der Universität Hamburg alte und neu gezüchtete Apfelsorten untersucht. Dabei stellten sie fest, dass bei der Apfelallergie Polyphenole eine Schlüsselrolle spielen. Diese sind vor allem in alten Apfelsorten wie etwa Boskoop enthalten. Neue Apfelsorten weisen dagegen nur geringe Mengen an Polyphenolen auf, da diese wegen des säuerlichen Geschmacks weitestgehend herausgezüchtet wurden. Weiterführende Informationen zum Thema Apfelallergie sind beim BUND Lemgo erhältlich.
Die Sortenbeschreibungen, die wir hier für Sie bereitstellen, beruhen auf historischen Quellen. Wir haben keinen dieser vorgestellten Äpfel bisher selbst in der Hand gehabt und können unsere Informationen nur aus früheren Beschreibungen zusammentragen und vergleichen.
Wir möchten Ihnen diese "Verschollenen Obstsorten" nicht nur vorstellen, sondern möchten Sie auch darum bitten uns bei der Suche nach verschollenen niedersächsischen Obstsorten zu helfen. Wenn Sie vermuten, einen dieser Äpfel gefunden zu haben, melden Sie sich gerne bei uns unter der E-Mail-Adresse: info@streuobstwiesen-buendis-niedersachsen.de.