Streuobst-Pädagogik
Endlich konnte es weiter gehen!
Wissenswertes über Ernte, Verwertung und Ernährung in der Streuobst-Pädagogen-Ausbildung
25. September 2020
Ellensen, Dassel

Nachdem im Februar 25 motivierte Teilnehmer*innen mit ihrer Streuobst-Pädagogik-Ausbildung begannen, wurde es aufgrund der Corona-Pandemie in den letzten Monaten ruhiger und die weiteren Module mussten ausfallen. Umso mehr freuten sich alle Beteiligten, dass am 24. und 25. Oktober das 5. Modul nun wieder stattfindenden konnte. Um die Hygienebestimmungen und Vorschriften zur Eindämmung von Corona einzuhalten, mussten die Ausbildungsleiterinnen Beate Holderied und Sabine Washof im Vorfeld jedoch einiges umstrukturieren. Der Kurs fand nicht, wie zunächst geplant, im BUND Naturerlebnis Katlenburg statt, sondern im Wichernhaus Ellensen in der Nähe von Dassel. Der erste Tag startete mit dem Thema „Ernte und Verwertung“, welches Beate Holderied leitete. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlernten die wichtigsten Kriterien bei der Reifebestimmung, die geeigneten Erntezeitpunkte für diverse Obstsorten und Verwertungsmöglichkeiten sowie die perfekten Lagerungsbedingungen. Am Nachmittag besuchten alle gemeinsam die nahe gelegene Mosterei Creydt in Dassel und beobachteten die einzelnen Produktionsschritte, die der Apfel auf dem Weg zum Apfelsaft durchlaufen muss.

 

Der zweite Tag startete mit Sortenbestimmungen. Sabine Fortak vom Pomologen-Verein erklärte, welche äußeren und inneren Merkmale bei der Bestimmung von Obstsorten helfen und woran die am häufigsten auftretenden Obstsorten erkannt werden können. Nach dem Mittagessen ging es weiter mit Ingelore Borth von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und dem Thema „Streuobst und Ernährung“. Mit einer nachmittäglichen Nachbesprechung mit den Kursleiterinnen Beate Holderied und Sabine Washof wurde das Modul der Streuobst-Pädagogen-Ausbildung abgeschlossen.

 

Besonders hervorzuheben ist der Einsatz von Michael Wolter, auch Mitglied im Streuobstwiesen-Bündnis, der die Räumlichkeiten im Wichernhaus Ellensen und die Streuobstwiese „Ellenser Pastorengarten“ für die Ausbildung zur Verfügung gestellt hat. Auf dieser strukturreichen Streuobstwiese, die direkt neben dem Gemeindehaus liegt, konnten die angehenden Streuobstpädagogen*innen die Erntetechnik mit einem Schüttelharken lernen und besondere alte Obstsorten kennenlernen.

 

Die abschließende Prüfung – die eigentlich im Oktober anstehen würde – kann in diesem Jahr aufgrund der ausgefallenen Module natürlich nicht stattfinden. Sie wird genau wie die Module 2 bis 4 auf das nächste Jahr verschoben. Das bedeutet auch, dass 2021 leider kein neuer Jahrgang der Streuobst-Pädagogen-Ausbildung starten kann. Neue Anmeldungen können somit nur für das Ausbildungsjahr 2022 angenommen werden.

Rückblick
Auf in die 7. Runde!
Ausbildung „Streuobst-Pädagogik“ ist wieder gestartet
19. Februar 2020
Waldpädagogik-Zentrum Ehrhorn

Bereits zum 7. Mal bietet der BUND in Kooperation mit verschiedenen Partnern die Ausbildung „Streuobst-Pädagogik“ an. Der neue Ausbildungsjahrgang ist nun im Walderlebnis Ehrhorn mit einem 4-tägigen Modul gestartet. Die 25 Teilnehmer*innen erlernen vom 16. bis zum 19. Februar die ersten Grundlagen rund um das Biotop Streuobstwiese und ihre Aufgaben als Streuobst-Pädagoge. Los ging es am Sonntagabend mit einer Einführung in die Geschichte der Streuobstwiesen durch Ausbildungsleiterin Beate Holderied von Streuobst-Pädagogen e.V. und BUND-Streuobstexpertin Sabine Washof. Erste praktische Erfahrungen erwarteten die Teilnehmer*innen am Montagmorgen. Gemeinsam mit dem Pomologen Michael Ruhnau ging es ins Grün. Der versierte Obstbaumpfleger erklärte den Anwesenden die wichtigsten Schritte beim Obstbaumschnitt und was bei der Pflege von Streuobstbeständen beachtet werden muss.  

 

Am Dienstag standen dann die Tiere der Streuobstwiese im Fokus und alle Beteiligten suchten und identifizierten Spuren und Fährten der heimischen Fauna bei einer naturpädagogischen Winterexkursion. Am Nachmittag standen dann die ersten Grundlagen der pädagogischen Methodik und Didaktik auf dem Stundenplan, bevor diese Fähigkeiten am Mittwoch auch direkt eingesetzt werden konnten. Gemeinsam mit 67 Schülerinnen und Schülern der Grundschule Bispingen führten die angehenden Pädagog*innen selbst vorbereitete Schulprojekte durch. Vor allem dieser Teil machte den Beteiligten besonders viel Freude, weil so schon einmal die späteren Aufgabenbereiche erlebbar gemacht wurden.

 

Geschafft aber glücklich und zufrieden machten sich die Teilnehmer*innen am Mittwochnachmittag wieder auf den Weg in ihre Heimat. Die nächste Unterrichtseinheit erwartet sie dann am 22. April.

 

Die Ausbildung findet im Rahmen des Projekts „Zusammenarbeit zur Erhaltung von Streuobstwiesen in Niedersachsen“ statt, das der BUND Landesverband Niedersachsen in Kooperation mit der Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH (KÖN) und dem Forstamt Sellhorn/Waldpädagogikzentrum Lüneburger Heide (WPZ) durchführt. Gefördert wird das Projekt durch den ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Verwaltungsbehörde ELER) und dem Land Niedersachsen im Rahmen der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der Zusammenarbeit in der Landschaftspflege und dem Gebietsmanagement in Niedersachsen und Bremen (Richtlinie Landschaftspflege und Gebietsmanagement – RL LaGe, RdErl. d. MU v. 16.12.2015).

Wissen vermitteln durch Begeisterung
26 neue Streuobst-Pädagogen ausgebildet
05. November 2019
Hannover

26 neue Streuobst-Pädagogen ausgebildet 

 

In den vergangenen Monaten lernten 25 angehende Streuobst-Pädagogen alles rund um das Thema Streuobstwiese, ihre Flora und Fauna, unterschiedlichen Vermarktungsmöglichkeiten sowie pädagogische Grundbausteine für die erfolgreiche Vermittlung von Wissen. Dabei ging es unter anderem um das Erkennen von Tierspuren am Streuobst, auf der Wiese oder im Schnee, um die vorkommenden Vogelarten, um die richtigen Schritte beim Pflanzen von Bäumen und deren Pflege im Anschluss. Aber die Teilnehmer*innen besuchten auch Mostereien und bekamen Anregungen, welche Produkte aus Streuobst hergestellt werden können. Auch erste praktische Erfahrungen mit Grundschulklassen konnten bereits gesammelt werden.

 

Am 30. Oktober schlossen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Streuobst-Jahrgangs 2019 sowie ein Nachholkandidat aus dem Jahr 2018 ihre Ausbildung mit einer schriftlichen und mündlichen Prüfung erfolgreich ab. Nach einem einstündigen Multiple-Choice Test wurden die Prüflinge in zwei Gruppen eingeteilt und in einer 20-minütigen mündlichen Prüfung auf ihr pädagogisches Wissen getestet. Dafür erhielt jeder Teilnehmer zum Abschluss des 5. Moduls im September ein Thema zugelost für das er oder sie ein praktisches Konzept für eine Unterrichtseinheit entwerfen musste.

 

Nach einem langen Prüfungstag erhielten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Abend ihr wohlverdientes Zertifikat von Ausbildungsleiterin Beate Holderied, Sabine Washof, BUND-Projektleiterin im Bereich Streuobstwiesenschutz, und Helmut Scharpf, ehemaliges Vorstandsmitglieder des BUND Niedersachsen. Dieser hob bei der Urkundenvergabe noch einmal die Rolle der Pädagogen als Multiplikatoren für das Thema Streuobstwiese sowie wichtiger Baustein im Schutz der Biotope und der Wissensvermittlung hervor.

 

Die Streuobst-Pädagogik-Ausbildung wird im Rahmen des EU-geförderten Projekts „Zusammenarbeit zur Erhaltung von Streuobstwiesen in Niedersachsen“ vom BUND Niedersachsen, Beate Holderied, dem Streuobst-Pädagogen e.V., dem Waldpädagogikzentrum Lüneburger Heide und der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz angeboten. Ziel der Ausbildung ist, dass die Streuobst-Pädagogen Menschen an Schulen und in Vereinen für Streuobstwiesen begeistern. Kinder, Jugendliche und Erwachsene lernen unsere gefährdete Kulturlandschaft mit allen Sinnen kennen und werden für das faszinierende, aber stark gefährdete Biotop sensibilisiert.

 

Gefördert wird das Projekt "Zusammenarbeit zur Erhaltung von Streuobstwiesen" aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) nach der Richtlinie Landschaftspflege und Gebietsmanagement in Niedersachsen und Bremen (RL LaGe), RdErl. d. MU v. 16.12. 2015.

Streuobst-Pädagogen-Ausbildung
Streuobst-Pädagogen stürmen erstmalig den Katlenburger Burgberg
07. Oktober 2019
Katlenburg

Am 23. und 24. September fand für unsere 27 angehenden Streuobst-Pädagogen das letzte Modul im Ausbildungsjahr 2019 im BUND Naturerlebnis Katlenburg statt. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Ortsbürgermeisterin Ilse Schwarz wendeten sich die Teilnehmer*innen den umfangreichen Seminarinhalten zu. Mit viel Engagement und Elan begann der Endspurt mit einem Vortrag von Kursleiterin Beate Holderied zum Thema „Ernte und Verwertung“. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlernten die wichtigsten Kriterien bei der Reifebestimmung, die geeigneten Erntezeitpunkte für diverse Obstsorten und Verwertungsmöglichkeiten sowie die perfekten Lagerungsbedingungen. Nach dem Mittagessen ging es weiter mit Ingelore Borth von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Sie berichtete Wissenswertes rund um Streuobst und Ernährung.

 

Am zweiten Tag in Katlenburg besuchten alle gemeinsam die nahe gelegene Mosterei Ott in Gieboldehausen und beobachteten die einzelnen Produktionsschritte, die der Apfel auf dem Weg zum Apfelsaft durchlaufen muss. Der Nachmittag war dann für die Sortenbestimmung reserviert. Sabine Fortak vom Pomologen Verein erklärte welche äußeren und inneren Merkmale bei der Bestimmung von Obstsorten helfen und woran die am häufigsten auftretenden Obstsorten erkannt werden können.

 

Ende Oktober findet nun die Abschlussprüfung für die diesjährigen Teilnehmer statt, in der sie das in den letzten acht Monaten erlernte Wissen in schriftlicher und mündlicher Form unter Beweis stellen müssen.

Angehende Streuobst-Pädagogen und -Pädagoginnen erproben sich in der Praxis
01. Juli 2019

Beim vierten Modul der diesjährigen Streuobst-Pädagogen-Ausbildung ging es für die 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom 17. bis zum 19. Juni 2019 ins Waldpädagogikzentrum Lüneburger Heide. Auf dem Stundenplan standen diesmal Fledermaus-Kunde und die Vermittlung von BNE-Kompetenzen. Bei Letzterem wurden den angehenden Pädagog*innen die wichtigsten Grundlagen zur Bildung nachhaltiger Entwicklungen erklärt, wie beispielsweise das aktive und sinnliche Vermitteln von ökologischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Themen. Diese Kenntnisse konnten sie dann auch direkt in der Praxis umsetzten und anwenden.

Denn gleichzeitig zu den Streuobstpädagog*innen war auch der „Stamm der Schwarzfuß-Indianer“ im Waldpädagogikzentrum zu Gast, bestehend aus 22 Kinder einer 3. und 4. Klasse der Grundschule am Pietzmoor (Schneverdingen). Sie haben sich in der Schule mit der Lebensweise von Indianern auseinandergesetzt und wollten diese nun auf ihre Praxistauglichkeit testen. Neben Stammesritualen und Rauchzeichen blieb dann am Mittwoch noch Zeit für die Kinder, auf spielerische Art und Weise etwas über den verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt und den natürlichen Ressourcen zu erlernen.

 

Dafür wurden die Schülerinnen und Schüler in drei Gruppen mit verschiedenen Themenfeldern aufgeteilt: Es ging um Landart sowie Pflanzen und Tier erkennen. Auch die Streuobstler teilten sich in entsprechende Gruppen auf und begaben sich gemeinsam den Kindern auf die Suche nach streuobsttypischen Insekten. Natürlich wurde auch dabei die Indianer-Thematik fortgeführt.

 

Die Streuobstpädagogik-Ausbildung findet im Rahmen des Projekts „Zusammenarbeit zur Erhaltung von Streuobstwiesen in Niedersachsen" statt, das der BUND Landesverband Niedersachsen in Kooperation mit der Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH (KÖN) und dem Forstamt Sellhorn/Waldpädagogikzentrum Lüneburger Heide (WPZ) durchführt. Gefördert wird das Projekt durch den ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Verwaltungsbehörde ELER) und dem Land Niedersachsen im Rahmen der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der Zusammenarbeit in der Landschaftspflege und dem Gebietsmanagement in Niedersachsen und Bremen (Richtlinie Landschaftspflege und  Gebietsmanagement – RL LaGe, RdErl. d. MU v. 16.12.2015).